SAP wurde stark mit der allgemeinen Neubewertung von Software-Aktien nach unten gezogen; relativ zur eigenen Historie wirkt die Aktie heute günstiger, zur sektorüblichen Tech-Bewertung eher fair. Operativ bleibt SAP mit sehr hohen Margen, starkem Free Cashflow und netto praktisch schuldenfrei ein Qualitätswert. Die KI-Debatte (u.a. Einordnung von Jensen Huang, wonach KI Tools eher nutzt als ersetzt) bietet Chancen auf Erholung, aber das Risiko weiterer Multiple-Kompression im Sektor bleibt. Für Langfristanleger interessant – sofern man dieses Sektorrisiko mitträgt.
DLocal, ein Zahlungsdienstleister aus Uruguay, vermittelt globale Anbieter und Kunden in Emerging Markets – mit einer Plattform für lokale Zahlarten (Wallets, Banküberweisungen, Barcodes) plus Betrugsprävention, Währungsumrechnung und Compliance. Nach dem Hype zum Börsenstart wirkt die Aktie heute eher am unteren Rand einer fairen Spanne bewertet; gleichzeitig bleibt das strukturelle Wachstum hoch. Operativ überzeugt DLocal mit starker Profitabilität und Netto-Cash-Bilanz. Hauptrisiken: Regulierung und Länderrisiko in Schwellenländern, Währungsvolatilität sowie Konkurrenz durch Zahlungsriesen.
Procter & Gamble ist ein defensiver Markenriese mit stabil wachsenden Gewinnen und sehr soliden Margen. Nach der Korrektur wirkt die Aktie wieder näher am “fairen” Bereich bewertet – kein Schnäppchen, aber angemessen für die Qualität. Die Dividende ist attraktiv und verlässlich steigend, finanziell durch hohen freien Cashflow gut gedeckt. Ausblick: moderates Gewinnwachstum und Gesamtrenditen etwa im Index-Bereich – passend für geduldige, konservative Anleger.
Micron Technology profitiert massiv vom KI-Boom: HBM-Speicher ist knapp und teuer, die Auslastung für 2026 gilt als weitgehend vergeben – das treibt Umsatz und Margen. Trotz Rekordkurs wirkt die Bewertung im Tech-Vergleich noch vertretbar, aber das Geschäft bleibt stark zyklisch und schwankt erfahrungsgemäß. Operativ zeigen sich klare Verbesserungen (höhere Brutto- und operative Marge, solide Kapitalrendite), die Dividende ist dagegen vernachlässigbar. Unterm Strich: hohes Potenzial, aber auch hohe Volatilität – der Einstieg ist eine Wette darauf, dass die KI-Nachfrage länger durchhält.
Nike steckt weiter im Umbruch: Nach starkem Kursrückgang drücken schwaches Wachstum, sinkende Margen und frühere Vertriebsfehler (zu viel D2C, zu wenig Handelspartner) auf die Bewertung – trotz großer Marke wirkt die Aktie relativ teuer zum aktuell prognostizierten Gewinn. Die Dividende steigt zwar und wirkt attraktiv, ist kurzfristig aber nicht sauber durch freien Cashflow gedeckt. Der neue CEO dreht zurück Richtung Großhandel und Sortimentsfokus; ob das reicht, muss sich erst in Zahlen zeigen. Unterm Strich bleibt erhöhtes Abwärtsrisiko, bis Margen und Gewinntrend klar stabilisieren.
PepsiCo wirkt nach dem Rücksetzer wieder fair bis günstig bewertet – deutlich günstiger als in den Boom-Jahren. Die Dividende ist attraktiv und wächst verlässlich, auch wenn sie zuletzt den freien Cashflow stark beansprucht hat. Operativ solide (gute Margen, ordentliche Kapitalrendite), aber mit eher verhaltenem Wachstum und spürbarer Verschuldung. Wenn die Prognosen halten, ist eine moderate Kurserholung plus Dividende realistisch.