Die Aktienanzahl (ausstehende Aktien) bestimmt, wie groß der Anteil eines Aktionärs am Unternehmen ist. Hält ein Investor eine konstante Stückzahl, dann verändert sich sein prozentualer Anteil automatisch, wenn sich die Anzahl der ausstehenden Aktien verändert. Sinkt die Aktienanzahl, wird sein Anteil größer – steigt die Aktienanzahl, wird sein Anteil kleiner.
Vergleich zur Dividende: Dividenden sind eine direkte Ausschüttung an alle Aktionäre. Rückkäufe sind eine indirekte Ausschüttung, weil der Anteil der verbleibenden Aktionäre am Unternehmen steigt. In der Praxis hängt die „bessere“ Variante von Bewertung, Kapitalbedarf, Steuern und Kapitaldisziplin des Managements ab.
Die schwarze Linie (rechte vertikale Achse) zeigt die kumulierte Veränderung des Aktionärsanteils über mehrere Jahre. Je nach gewähltem Zeitabschnitt beginnt die kumulierte Linie im sichtbaren Bereich links immer bei 0% und zeigt dann den Zuwachs bzw. Rückgang des Anteils über den ausgewählten Zeitraum.
| Farbe | Bedeutung | Interpretation aus Sicht des Aktionärs |
|---|---|---|
| Aktienrückkauf | Ausstehende Aktien sinken | Der Anteil eines Aktionärs steigt (bei gleicher Stückzahl). |
| Emission | Ausstehende Aktien steigen | Der Anteil eines Aktionärs sinkt (Verwässerung). |
Die Label über den Balken sowie die Tooltips können über die entsprechenden Buttons deselektiert werden. Der zeitliche Ausschnitt kann wie bei den anderen Kennzahlen über die Zoomfunktion ausgewählt werden.
Ob ein Aktienrückkauf für die Aktionäre tatsächlich vorteilhaft ist, hängt entscheidend vom gezahlten Preis ab. Wert wird nur geschaffen, wenn ein Unternehmen seine Aktien unter dem fairen Wert zurückkauft; bei zu teuren Rückkäufen wird Kapital vernichtet.
Die reine Aktienzahl-Kurve weiter oben verrät das nicht – sie kann sogar täuschen: Bei einem hohen Kurs erhält ein Unternehmen für denselben Geldbetrag weniger Aktien. Die prozentuale Reduktion der Aktienzahl fällt in teuren Jahren daher optisch kleiner aus, obwohl womöglich mehr Geld ausgegeben wurde. Deshalb zeigt die folgende Abbildung 2 die tatsächlichen Rückkauf-Ausgaben in Geld je Geschäftsjahr – und ordnet sie nach der Bewertung ein.
Jeder Balken steht für die in einem Geschäftsjahr für Rückkäufe aufgewendete Summe (in der Berichtswährung). Die Farbe stammt aus dem Bewertungsmodell von aktienbewertung.info und zeigt, ob die Aktie in diesem Jahr im Schnitt unter oder über ihrem fairen Wert notierte. Die schwarze Linie (rechte Achse) ist der Aktienkurs zum Geschäftsjahresende – so wird unmittelbar sichtbar, ob in teuren oder in günstigen Phasen zurückgekauft wurde.
| Farbe | Bedeutung | Interpretation |
|---|---|---|
| unter fairem Wert | Rückkauf zu einem Kurs unter dem fairen Wert | Wertschaffend – die verbleibenden Aktionäre profitieren. |
| über fairem Wert | Rückkauf zu einem Kurs über dem fairen Wert | Tendenziell wertvernichtend – es wird zu teuer gekauft. |
| keine Bewertung | Für dieses Jahr liegt keine belastbare Bewertung vor | Keine Aussage zum Timing möglich. |
Dargestellt werden nur Geschäftsjahre mit belastbarer Bewertung – das Modell benötigt einige Jahre Kurs- und Ergebnishistorie, weshalb die Darstellung erst einige Jahre nach dem Börsengang bzw. Datenbeginn einsetzt.
| Rückkaufrendite | Rückkauf-Ausgaben des letzten Geschäftsjahres im Verhältnis zur Marktkapitalisierung. |
| Ausschüttung gesamt | Rückkäufe und Dividenden im Verhältnis zur Marktkapitalisierung – die gesamte Kapitalrückführung an die Aktionäre. |
| Anteil am Free Cashflow | Rückkäufe und Dividenden im Verhältnis zum freien Cashflow. Ein Wert über 100 % bedeutet, dass mehr ausgeschüttet wurde, als im Jahr erwirtschaftet wurde (Finanzierung aus Reserven oder Schulden). |
| Ø Bewertung Rückkauf | Die mit den Ausgaben gewichtete durchschnittliche Über- bzw. Unterbewertung über die gesamte dargestellte Historie. Ein positiver Wert (rot) bedeutet: im Schnitt wurde über dem fairen Wert zurückgekauft, ein negativer (grün): im Schnitt darunter. |
| Ø Bewertung (letzte 5 GJ) | Dieselbe Kennzahl, aber nur für die letzten fünf Geschäftsjahre – sie zeigt das jüngste Timing und kann deutlich vom langfristigen Durchschnitt abweichen. |
So lässt sich auf einen Blick beurteilen, ob ein Unternehmen sein Kapital diszipliniert einsetzt – also bevorzugt dann zurückkauft, wenn die eigene Aktie günstig ist – oder ob es die Rückkäufe eher in teuren Phasen ausweitet.