Hinweis: Der aktuelle Jahresbericht (Form 10-K von 2024) kann hier abgerufen werden.
Der Umsatz von AppLovin Corporation betrug für das Geschäftsjahr 2024 insgesamt 4,7 Mrd USD.
Der Umsatz konnte in 2024 um 43,4% gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden.
Die direkten Kosten, die für die Bereitstellung bzw. Produktion der Produkte oder Dienstleistungen aufgewendet werden mussten, beliefen sich auf 1,2 Mrd USD (Herstellungskosten bzw. Cost of Revenue). Diese Kosten umfassen zum Beispiel Löhne und Gehälter, aber auch Rohstoffe, die für die Herstellung benötigt werden, sowie Kosten für Maschinen und Gebäude.
Übrig bleibt dann der Bruttogewinn bzw. Gross Profit. Dieser betrug demnach 3,5 Mrd USD. Die Bruttomarge, also der Anteil des Bruttogewinns am Umsatz, betrug folglich 75,2%
Der Bruttogewinn konnte in 2024 um 59,3% gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden.
Auch die Bruttomarge konnte um 7,5 Prozentpunkte ausgebaut werden. Das bedeutet, dass die Stückkosten für die Bereitstellung der Produkte gesenkt werden konnten.
Vergleicht man diese Marge mit der anderer Unternehmen aus dem Sektor Technologie, dann ist die Bruttomarge von AppLovin Corporation in den Top 25% aller Vergleichsunternehmen.
Neben den Herstellungskosten fielen auch administrative Kosten an, die nicht direkt der Herstellung bzw. Bereitstellung der Produkte zugeordnet werden können. Diese Betriebskosten (Operating Expenses) betrugen in 2024 insgesamt 1,7 Mrd. USD.
Die Betriebskosten teilen sich wie folgt auf:
| ● Forschung und Entwicklung | 638,7 Mio. USD | 38,3% |
| ● Vertrieb und Marketing | 849,2 Mio. USD | 50,9% |
| ● Allgemeines und Verwaltung | 181,1 Mio. USD | 10,9% |
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung haben sich in 2024 um 46,3 Mio. USD erhöht. Insgesamt beliefen sich diese Ausgaben auf 13,6% vom Umsatz. Dieser Anteil wurde gegenüber dem Vorjahr um 4,48 Prozentpunkte reduziert.
Die Betriebskosten gehen vom Bruttogewinn ab, so dass ein Operativer Gewinn von 1,9 Mrd USD, verbleibt. Demnach ist die Operative Marge, also der Operative Gewinn im Verhältnis zum Umsatz, 39,8%.
Vergleicht man diese Marge mit der anderer Unternehmen aus dem Sektor Technologie, dann ist die Operative Marge von AppLovin Corporation in den Top 25% aller Vergleichsunternehmen.
Insgesamt wurde eine Steuerrückzahlung in Höhe von 3,8 Mio. USD erstattet.
Die Anzahl der Aktien verringerte sich in 2024 gegenüber dem Vorjahr um 4,3%. Dadurch teilt sich der Umsatz, der Gewinn und die Dividenden auf weniger Aktien auf, so dass der einzelne Aktionär von dieser Situation profitiert.
Der Gewinn war in 2024 mit 4,68 USD pro Aktie positiv und konnte gegenüber dem Vorjahr um 363,4% gesteigert werden.
Hallo Max,
so was habe ich mir fast gedacht - und verfahre auch ähnlich - doch schau ich die gescreenten Aktien erst in der Chartübersicht an und kam deshalb auf diese Diskrepanz - danke für die Aufklärung.
Gruß
Gerd
Hallo Max,
ich muss wieder fragen. Nach Deiner Beschreibung der Übersicht, wird zur Klassifizierung der Bewertungshöhe (hoch, niedrig usw.) ein 7 Jahresschnitt für das historische Unternehens-KGV und das Referenz-KGV in einem bestimmten Verhältnis genommen. Für AppLovin liegen beide Werte weit unter dem aktuellen KGV und dennoch erhält die Aktie das Prädikat "niedrig" bewertet in der Übersicht. Was verstehe ich hier falsch?
Gruß
Gerd
Hallo Gerd,
gerade bei Unternehmen mit sehr zyklischer Gewinnentwicklung kann es in seltenen Fällen passieren, dass ein sehr ungünstiger Zeitpunkt für die Ermittlung des Gewinnwachstums und damit dem entsprechenden fairen KGV benutzt wird.
So ist es auch im Fall von APP. Hier gibt es in einigen Geschäftsjahren nur Verluste, so dass ein Gewinnwachstum zunächst nicht ermittelt werden kann. Zufällig wird in der automatisch berechneten Überblick-Grafik der Zeitraum 2019 bis 2026 verwendet. Der Gewinn in 2019 war 0.1 USD pro Aktie, in 2026 14,49 USD, so dass das berechnete Gewinnwachstum atemberaubend hoch ist: 172% p.a., was in einer fairen Bewertung von KGV 138 gipfelt. Würde man den Betrachtungszeitraum nur leicht verändern, dann ergäben sich deutlich niedrigere faire KGVs. Da das aktuelle KGV nur um die 70 beträgt, geht der Algorithmus von einer starken Unterbewertung aus.
Das Problem wird sich von alleine lösen, sobald der Betrachtungszeitraum verändert wird.
Leider ist es bei der automatischen Berechnung nicht möglich, alle Einzelfälle zu prüfen. Daher empfehle ich grundsätzlich - gerade was die Bewertung angeht - neben dem Überblick-Chart auch den Bewertungschart zu verwenden - hier möglichst auch mit unterschiedlichen Betrachtungszeiträumen, die für die jeweilige Aktie Sinn machen. Dann erhält man ein besseres Bild.
Je geringer die Streubreite der Gewinnentwicklung, desto zuverlässiger sind die Ergebnisse.
Grüße, Max