Der Qualitätsscore fasst die sechs qualitativen Aspekte zu einem einzigen Wert zwischen 0 und 100 Punkten zusammen — ohne den Bewertungsaspekt, der getrennt betrachtet werden sollte. Da es sich um ein Finanzunternehmen handelt, gelten angepasste Metriken und angepasste Gewichte: Die Kapitalrendite (ROE, 30%) bleibt der wichtigste Einzelindikator. Die Eigenkapitalstärke erhält mit 25% ein höheres Gewicht als bei Industrieunternehmen, da Kapitalpuffer für Banken und Versicherungen regulatorisch und risikoseitig zentral sind. Burggraben (ROIC-/Margen-Persistenz + FCF-Konversion, 20%) wird höher gewichtet als bei Nicht-Finanzwerten. Margenqualität (Nettomarge, 15%) und Aktionärsrendite (5%) ergänzen das Bild. Umsatzwachstum erhält nur 5%, da Umsatzwachstum bei Banken (Zinsertrag × Bilanzsumme) schwerer vergleichbar ist. Aspekte ohne verfügbare Daten werden herausgerechnet und das Gewicht renormalisiert.
Was bedeuten die Gewichte?
Kapitalrendite (ROE, Gewicht 30%): Der wichtigste Einzelindikator — misst, ob das Unternehmen über seinen Eigenkapitalkosten wirtschaftet und damit echten wirtschaftlichen Mehrwert für Aktionäre erzeugt. Aktueller Score: 81 Pkt.
Eigenkapitalstärke (Gewicht 25%): Zentrales Risikomaß für Banken und Versicherungen — eine hohe Eigenkapitalquote sichert Stabilität in Stressphasen und erfüllt regulatorische Anforderungen. Aktueller Score: 44 Pkt.
Burggraben (Gewicht 20%): Misst die strukturelle Dauerhaftigkeit des Wettbewerbsvorteils — ROIC-Persistenz (40%) prüft, ob der ROIC in ≥ 7 der letzten 7 GJ über 8% lag; Margen-Persistenz (35%) misst, ob die Nettomarge dauerhaft ≥ 10% verteidigt wurde; FCF-Konversion (25%) prüft die Cash-Qualität. Aktueller Score: 54 Pkt.
Margenqualität (Nettomarge, Gewicht 15%): Die Nettomarge signalisiert, wie effizient das Unternehmen aus seinen Erträgen Gewinn erzeugt — bei Finanzwerten weniger direkt vergleichbar, daher geringer gewichtet. Aktueller Score: 46 Pkt.
Aktionärsrendite (Earnings Yield + Dividende, Gewicht 5%): Dividenden spielen bei Banken und Versicherungen traditionell eine größere Rolle als bei Wachstumsunternehmen, aber die aktuelle Ertragskraft hängt stark vom Zinsniveau ab. Aktueller Score: 82 Pkt.
Umsatzwachstum (Gewicht 5%): Geringste Gewichtung — bei Banken und Versicherungen ist der „Umsatz" (Zinserträge, Prämien) schwer periodenübergreifend vergleichbar, Wachstum allein sagt wenig über die Qualität des Wachstums aus. Aktueller Score: 31 Pkt.
Der Bewertungsscore (0–100 Pkt.) misst das Verhältnis des Börsenkurses zum fairen Kurs: 0 = maximal überbewertet, 100 = maximal unterbewertet. Der faire Kurs ergibt sich aus EPS × fairem KGV, wobei sich das faire KGV aus zwei Komponenten zusammensetzt: 60% Referenz-KGV (sektorspezifisches Basis-Multiple, angepasst für den 7-jährigen EPS-Wachstums-CAGR) und 40% Historisches KGV (Ø der monatlichen KGVs der letzten 7 Jahre, interpoliertes EPS). Sind weniger als 12 historische Datenpunkte vorhanden, fällt das faire KGV auf 100% Referenz-KGV zurück.
Aktuelle Bewertung Kurs: 116,10 EUR (Stand: 22.07.2026) · 3,6% überbewertet · Bewertungsscore: 70 Pkt.
Berechnung des fairen Kurses EPS (GJ 2029): 9,95 EUR · Referenz-KGV: 13,5 (Basis 13,5, +16,8% p.a. EPS-CAGR) · Histor. KGV: 7,9 (Ø 80 Monate) · Faires KGV (60/40): 11,3 · Fairer Kurs: 112,00 EUR (= 9,95 × 11,3)
EPS-Wachstum (CAGR, 7 Jahre) 7J-CAGR des EPS: +16,8% p.a.
Interpretation der Bewertungszonen
Die Punkte werden fließend zwischen drei Ankerwerten interpoliert:
≤−25%: sehr günstig → 100 Pkt.
·
0%: fair bewertet → 75 Pkt.
·
≥+50%: sehr teuer → 0 Pkt.
Das folgende Sankey-Diagramm zeigt die Zusammensetzung des Scores aus bis zu zwei Komponenten: Die Forward-Prognose (geschätztes Umsatzwachstum für die nächsten 2–3 Jahre, Gewicht 60%) ist der zukunftsorientierte, primäre Treiber. Das historische Wachstum (7-Jahres-CAGR, Gewicht 40%) liefert den Track Record und ist immer verfügbar. Fehlen Analysten-Schätzungen, basiert der Score zu 100% auf dem historischen Wert. Die absoluten Stützpunkte gelten sektorübergreifend: Wachstum ≤ −5% → 0 Pkt., 0% → 20 Pkt., 5% → 50 Pkt., 10% → 70 Pkt., ≥ 25% → 100 Pkt.
Was bedeuten die Komponenten?
Forward-Prognose (Gewicht 60%): Konsens-Schätzung der Analysten für das jährliche Umsatzwachstum — der zukunftsgerichtete Treiber des Scores, da er das erwartete Wachstumstempo direkt abbildet. Aktueller Wert für Erste Group Bank: -4,5% p.a. (geschätzte 3-Jahres-Prognose) (2 Pkt.).
Historisches Wachstum (Gewicht 40%): Der tatsächlich erzielte CAGR der letzten 7 Jahre — liefert den Track Record und ist immer verfügbar, auch wenn keine Forward-Schätzungen vorliegen. Aktueller Wert für Erste Group Bank: 11,6% p.a. (historischer 7-Jahres-CAGR) (75 Pkt.).
Für Finanzwerte wird statt der operativen Marge die Nettomarge (Nettogewinn ÷ Umsatz) verwendet: Das Niveau (Gewicht 65%) bewertet die aktuelle Nettomarge — bei Banken sind 15–25% typisch, da der „Umsatz" bereits Nettozinserträge enthält. Der Trend (Gewicht 35%) misst die Veränderung über 3–4 Jahre.
Was bedeuten die beiden Komponenten?
Niveau (Nettomarge, Gewicht 65%): Die aktuelle Nettomarge von Erste Group Bank (Nettogewinn ÷ Umsatz) — bei Banken und Versicherungen aussagekräftiger als die operative Marge, da der „Umsatz" bereits die Nettozinsmarge und Gebührenerträge enthält. Typische Bandbreite bei Banken: 15–25% (Stützpunkte: 0% → 15 Pkt., 8% → 40 Pkt., 22% → 80 Pkt., ≥ 30% → 100 Pkt.). Aktueller Wert: 17,5% (Nettogewinn ÷ Umsatz) (100 Pkt.).
Trend (Gewicht 35%): Vergleicht den Durchschnitt der letzten zwei Jahre mit dem Durchschnitt der Jahre 3–4 Jahre zuvor — positive Werte deuten auf eine steigende, negative auf eine fallende Nettomarge hin. Δ ≥ +3 pp → 100 Pkt., Δ = 0 → 50 Pkt., Δ ≤ −3 pp → 0 Pkt. Aktueller Wert: Δ -2,7 pp (Ø 15,7% zuletzt vs. Ø 18,4% vor 3–4 Jahren) (0 Pkt.).
Für Banken und Versicherungen ist die klassische Nettoverschuldungsanalyse nicht anwendbar — Fremdkapital ist das Kerngeschäft. Stattdessen bewertet dieser Score die Eigenkapitalstärke: Das EK-Quote Niveau (Eigenkapital ÷ Bilanzsumme, Gewicht 70%) misst die Kapitalpufferdicke — eine Quote über 10% gilt als solide, über 15% als stark. Der EK-Quote Trend (Gewicht 30%) zeigt, ob die Kapitalbasis gestärkt oder geschwächt wird.
Was bedeuten die beiden Komponenten?
EK-Quote Niveau (Eigenkapital ÷ Bilanzsumme, Gewicht 70%): Der zentrale Kapitalpuffer-Indikator für Banken und Versicherungen — zeigt, wie viel der Bilanzsumme durch Eigenkapital gedeckt ist. Eine Quote über 10% gilt als solide, über 15% als stark. Regulatorisch ist dieser Wert direkt relevant (Stützpunkte: 3% → 0 Pkt., 7% → 45 Pkt., 10% → 70 Pkt., ≥ 15% → 100 Pkt.). Aktueller Wert für Erste Group Bank: 6,2% (Eigenkapital ÷ Bilanzsumme) (0 Pkt.).
EK-Quote Trend (Gewicht 30%): Vergleicht den Durchschnitt der letzten zwei Jahre mit dem Durchschnitt der Jahre 3–4 Jahre zuvor — eine steigende EK-Quote signalisiert, dass das Institut seine Kapitalbasis stärkt; eine fallende Quote deutet auf zunehmende Hebelung hin. Δ ≥ +1,5 pp → 100 Pkt., Δ = 0 → 50 Pkt., Δ ≤ −1,5 pp → 0 Pkt. Aktueller Wert für Erste Group Bank: Δ +0,5 pp (Ø 6,4% zuletzt vs. Ø 5,9% vor 3–4 Jahren) (0 Pkt.).
Der Score misst für Finanzwerte die Eigenkapitalrendite (ROE) aus drei Komponenten: Der Spread (ROE − WACC, Gewicht 60%) zeigt, ob das Unternehmen über seine Kapitalkosten hinaus Wert schafft. Das ROE-Niveau (Gewicht 25%) bewertet die absolute Eigenkapitalrendite — ein ROE von 8–12% ist für Banken solide, über 15% ausgezeichnet. Der Trend (Gewicht 15%) misst die Veränderung des ROE über 3–4 Jahre.
Was bedeuten die Komponenten?
Spread (ROE − WACC, Gewicht 60%): Differenz zwischen der Eigenkapitalrendite (ROE) und dem gewichteten Kapitalkostensatz (WACC). Ein positiver Spread zeigt, dass Erste Group Bank über seine Kapitalkosten hinaus Wert schafft (Stützpunkte: ≤ −5 pp → 0 Pkt., 0 pp → 25 Pkt., +5 pp → 60 Pkt., ≥ +15 pp → 100 Pkt.). Aktueller Wert: +7,6 pp (ROE 15,4% − WACC 7,8%) (13 Pkt.).
Niveau (ROE absolut, Gewicht 25%): Die absolute Eigenkapitalrendite — für Banken und Versicherungen der zentrale Profitabilitätsindikator. Ein ROE von 8–12% gilt als solide, über 15% als stark (Stützpunkte: ROE 0% → 0 Pkt., 8% → 45 Pkt., 12% → 70 Pkt., ≥ 18% → 100 Pkt.). Aktueller Wert: 15,4% (ROE) (25 Pkt.).
Trend (Gewicht 15%): Vergleicht den Durchschnitt der letzten zwei Jahre mit dem Durchschnitt der Jahre 3–4 Jahre zuvor — ein steigender ROE deutet auf verbesserte Ertragskraft hin. Δ ≥ +3 pp → 100 Pkt., Δ = 0 → 50 Pkt., Δ ≤ −3 pp → 0 Pkt. Aktueller Wert: Δ +3,5 pp (Ø 14,4% vs. Ø 10,9% vor 3–4 Jahren) (0 Pkt.).
Der Score setzt sich für Finanzwerte aus zwei Komponenten zusammen: Die Earnings Yield (Nettogewinn ÷ Marktkapitalisierung, Gewicht 60%) misst die laufende Ertragskraft relativ zur Marktbewertung — für Banken relevanter als FCF-Yield. Die Dividendenrendite (Gewicht 40%) spiegelt die direkte Kapitalrückführung wider, die bei Banken und Versicherungen traditionell höher gewichtet ist.
Was bedeuten die Komponenten?
Earnings Yield (Gewicht 60%): Verhältnis des Nettogewinns zur Marktkapitalisierung — zeigt, wie viel Ertrag je eingesetztem Euro erwirtschaftet wird. Für Finanzwerte aussagekräftiger als die FCF-Rendite, da der freie Cashflow bei Banken und Versicherungen kein standardisiertes Konzept ist (Stützpunkte: 0% → 20 Pkt., 3% → 50 Pkt., 6% → 75 Pkt., ≥ 10% → 100 Pkt.). Aktueller Wert für Erste Group Bank: 7,8% (Nettogewinn ÷ Marktkapitalisierung) (97 Pkt.).
Dividendenrendite (Gewicht 40%): Dividenden spielen bei Banken und Versicherungen traditionell eine wichtigere Rolle als bei Wachstumsunternehmen, da Kapitalrückkehr an Aktionäre ein zentrales Geschäftsmodellmerkmal reifer Finanzinstitute ist (Stützpunkte: 0% → 30 Pkt., 2% → 65 Pkt., ≥ 8% → 100 Pkt.). Aktueller Wert für Erste Group Bank: 3,5% (geschätzte Dividendenrendite) (76 Pkt.).
Das folgende Sankey-Diagramm zeigt die Zusammensetzung des Burggraben-Index aus drei Komponenten: Die ROIC-Persistenz (Gewicht 40%) misst, in wie vielen der letzten 7 Geschäftsjahre der ROIC über der Schwelle von 8% lag — ein dauerhafter ROIC über den Kapitalkosten ist das stärkste Signal eines strukturellen Burggrabens. Die Margen-Persistenz (Gewicht 35%) prüft, ob die operative Marge ≥ 4% dauerhaft verteidigt wurde. Die FCF-Konversion (Gewicht 25%) zeigt, ob operative Gewinne tatsächlich in freien Cashflow münden (FCF ÷ operatives Ergebnis).
Was bedeuten die Komponenten?
ROIC-Persistenz (Gewicht 40%): Anteil der letzten 7 GJ, in denen der ROIC ≥ 8% lag (Stützpunkte: 0/7 → 0 Pkt., 3/7 → 25 Pkt., 4/7 → 45 Pkt., 5/7 → 65 Pkt., 6/7 → 85 Pkt., 7/7 → 100 Pkt.). Aktueller Wert für Erste Group Bank: 2/7 J. ROIC ≥ 8% (letzte 7GJ) (10 Pkt.).
Margen-Persistenz (Gewicht 35%): Anteil der letzten 7 GJ mit Nettomarge ≥ 10% (sektorspezifische Schwelle; Stützpunkte: 0/7 → 0 Pkt., 3/7 → 25 Pkt., 4/7 → 45 Pkt., 5/7 → 65 Pkt., 6/7 → 85 Pkt., 7/7 → 100 Pkt.). Aktueller Wert für Erste Group Bank: 7/7 J. Nettomarge ≥ 10% (letzte 7GJ) (100 Pkt.).
FCF-Konversion (Gewicht 25%): Verhältnis von FCF zum operativen Ergebnis — misst die Cash-Qualität der ausgewiesenen Gewinne (Stützpunkte: −0,5× → 0 Pkt., 0× → 20 Pkt., 0,8× → 60 Pkt., 1,0× → 75 Pkt., ≥ 1,5× → 100 Pkt.). Aktueller Wert für Erste Group Bank: 0,79× (FCF ÷ Op. Ergebnis) (60 Pkt.).
Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Wien, Wien und beschäftigt derzeit 46.907 Vollzeitmitarbeiter.
Das Unternehmen bietet eine Reihe von Bank- und anderen Finanzdienstleistungen an, wie Sparkonten, Vermögensverwaltung (einschließlich Investmentfonds), Verbraucherkredite und Hypothekendarlehen, Investmentbanking, Wertpapier- und Derivatehandel, Portfoliomanagement, Projektfinanzierung, Außenhandelsfinanzierung, Unternehmensfinanzierung Finanz-, Kapital- und Geldmarktdienstleistungen, Devisenhandel, Leasing und Factoring.
Das Unternehmen ist in neun Segmenten tätig: Retail, KMU, Asset/Liability Management und Local Corporate Center (ALM und Local CC), Sparkassen, Large Corporates, Commercial Real Estate, Other Corporate, Group Markets und Group Corporate Center (GCC).
Das Unternehmen betreibt rund 2.800 Filialen.
Die Kanzlei bietet Dienstleistungen in Österreich, Mittel- und Osteuropa (CEE), Tschechien, Slowakei, Rumänien, Ungarn, Kroatien und Serbien an.
Das Unternehmen bietet Privat-, Firmen- und Private-Banking-Dienstleistungen an.